Dieser Beitrag erklärt das ABC‑Modell nach Albert Ellis so, dass es ohne Vorwissen verständlich ist - und zeigt an einem kurzen Praxisbeispiel aus dem Beratungsbereich, wie bereits eine minimale Umformulierung deeskalierend wirkt. Zum Schluss erhalten Sie eine 90‑Sekunden‑Übung für Ihr nächstes Gespräch sowie zwei direkte Links zu Terminen und Materialien.
Kernidee: Nicht A bestimmt C direkt - B ist der Hebel. Ändere ich meine Deutung (B), verändert sich meine Reaktion (C) - oft sofort.
A: Kundin reicht Unterlagen verspätet ein, spricht laut.
B (spontan): "Sie will Druck machen/testet Grenzen."
→ C: innerer Ärger, knapper Ton, geschlossene Fragen.
B (umformuliert): "Sie ist verunsichert/überfordert."
→ C: ruhiger Ton, klärende Fragen, z. B.: "Wobei brauchen Sie jetzt am meisten Unterstützung?"
Gleiche Situation (A). Nur die Deutung (B) wurde verschoben – und schon verändert sich C (Gefühl & Verhalten): aus Konfrontation wird Klärung.
A benennen - ein Satz, nur Fakten.
B notieren - der Original‑Gedanke im Kopf (so, wie er kommt).
B’ bilden - hilfreicher formulieren: "Vielleicht …", "Möglicherweise …", "Es könnte sein, dass …".
1 klärende Frage laut formulieren (z. B. "Was ist heute für Sie am schwierigsten?").
C beobachten - wie ändern sich Stimme, Körper, Inhalt?
Merksatz: "Ich kann A oft nicht ändern - aber mein B. Und damit mein C."
(Erweiterung für Neugierige: D = Dispute → Bewertung prüfen. E = Effect → Wirkung bewerten. Für den Alltag reicht A‑B‑C meist völlig.)