AktivA in der Praxis - Vertrauen aufbauen, Perspektiven entwickeln

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AktivA kann sehr unterschiedlich umgesetzt werden. Ein aktueller Praxisbericht aus dem Jobcenter Mayen-Koblenz, Standort Weißenthurm, zeigt eine Variante, bei der Gruppencoaching und Einzelgespräche bewusst miteinander verbunden wurden.

Durchgeführt wurde AktivA im Zeitraum von November 2025 bis Mai 2026. Das Angebot richtete sich an Teilnehmende, die zunächst von Kolleginnen und Kollegen gemeldet und anschließend zu persönlichen Gesprächen eingeladen wurden. In diesen Gesprächen wurde das Coaching vorgestellt. Mit den interessierten Teilnehmenden wurde AktivA anschließend in der Gruppe durchgeführt.

Das Gruppencoaching fand im Besprechungsraum des Jobcenters statt. Für eine angenehme Atmosphäre wurden täglich Kaffee, Wasser und kleine Snacks bereitgestellt. Dieser scheinbar kleine Rahmen ist aus unserer Sicht nicht nebensächlich: Gerade bei Angeboten, die Reflexion, Beteiligung und Vertrauen brauchen, hat die Atmosphäre einen spürbaren Einfluss darauf, ob Menschen sich öffnen und einlassen können.

Ergänzt wurde das Gruppencoaching durch Einzelgespräche. Jede teilnehmende Person erhielt drei Einzelcoachings: eines vor dem Gruppencoaching und zwei während des weiteren Verlaufs. Diese Kombination wurde im Praxisbericht besonders positiv bewertet, weil sie den Vertrauensaufbau unterstützte und zugleich Raum bot, individuell an Themen zu arbeiten.

Auch die Kurzevaluation zeigt den Wert dieser Kombination. Das Coachingformat bestand aus drei Einzelcoachings je Teilnehmenden sowie fünf Gruppencoachings. Gestartet waren acht Teilnehmende. Sechs Teilnehmende schlossen die Maßnahme erfolgreich ab. Bei einer Person erfolgte ein Wechsel ins Fallmanagement, bei einer weiteren Person entfiel die Hilfebedürftigkeit.

Inhaltlich wurden die vier zentralen AktivA-Module bearbeitet: Aktivitätenplanung, konstruktives Denken, soziale Kompetenz und systematisches Problemlösen. In der Aktivitätenplanung ging es unter anderem um den Aufbau stabiler Tages- und Wochenstrukturen, realistische Ziele sowie Eigeninitiative und Verbindlichkeit. Beim konstruktiven Denken standen Motivation, Selbstwirksamkeit und der Umgang mit Rückschlägen im Mittelpunkt. Im Bereich soziale Kompetenz wurden Kommunikation, Selbstpräsentation, Konflikte und Kooperation thematisiert. Beim systematischen Problemlösen wurden individuelle Vermittlungshemmnisse betrachtet und konkrete nächste Schritte abgeleitet.

Besonders erfreulich ist, dass für alle verbleibenden Teilnehmenden konkrete Anschlussperspektiven entwickelt werden konnten. Genannt werden unter anderem schulische Abschlüsse, eine aufgenommene Teilzeitbeschäftigung, Gespräche zur Aufstockung eines Minijobs auf Teilzeit sowie geplante ärztliche Gutachten zur gesundheitlichen Perspektivklärung.

Als besonders wirksam wurde die Verbindung aus Einzel- und Gruppencoaching sowie der Peer-Austausch beschrieben. Die Maßnahme führte laut Kurzevaluation zu einer deutlichen Aktivierung und Stabilisierung der Teilnehmenden, zur Entwicklung realistischer Perspektiven und zu konkreten nächsten Schritten in Arbeit, Bildung oder Gesundheit. Die Gesamtbewertung fiel sehr gut aus; eine Fortführung der Maßnahme wird empfohlen.

Gleichzeitig benennt der Praxisbericht auch eine Herausforderung: die Unzuverlässigkeit einzelner Teilnehmender. Zunächst wurden die Teilnehmenden ohne Rechtsfolgen eingeladen, weil das Angebot freiwillig gedacht war. Im Verlauf musste jedoch auf Einladungen mit Rechtsfolgen umgestellt werden, um mehr Verbindlichkeit zu signalisieren.

Ein besonders wichtiger Punkt betrifft die Rolle der durchführenden Person. Im Bericht wird betont, dass es hilfreich war, nicht in der Rolle als Fallmanagerin oder Arbeitsvermittlerin aufzutreten, sondern als Coach. Dazu gehörte auch, die Begegnung etwas lockerer zu gestalten, gelegentlich Persönliches einzubringen und damit die Stimmung in der Gruppe entspannt zu halten.

Genau darin zeigt sich eine zentrale Stärke von AktivA: Das Programm bietet Struktur, lebt aber von der Haltung der Menschen, die es durchführen. Wenn Teilnehmende nicht nur als Fälle, sondern als Personen mit Interessen, Unsicherheiten, Ressourcen und Entwicklungsmöglichkeiten gesehen werden, kann ein anderer Arbeitsraum entstehen.

Der Praxisbericht macht deutlich: AktivA kann besonders dann wirksam werden, wenn Gruppenarbeit und individuelle Begleitung gut miteinander verbunden sind. Die Gruppe ermöglicht Austausch, Resonanz und gegenseitige Unterstützung. Die Einzelgespräche schaffen Raum für persönliche Themen, individuelle Ziele und Vertrauen. Zusammen entsteht ein Rahmen, in dem Aktivierung, Stabilisierung und konkrete nächste Schritte möglich werden.

Wir bedanken uns herzlich bei Kristin Nazarenko aus dem Jobcenter Mayen-Koblenz, Standort Weißenthurm, für den Einblick in die AktivA-Umsetzung und die ergänzende Kurzevaluation.

Wenn Sie Interesse an einer Ausbildung für AktivA haben, finden Sie folgende hier folgende Möglichkeiten:

2026-06-01
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