AktivA in der Praxis - wenn Motivation, Struktur und ehrliche Beteiligung zusammenkommen

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Wie wirkt AktivA in der praktischen Umsetzung? Diese Frage ist für uns besonders spannend, weil AktivA zwar als strukturiertes Programm angelegt ist, seine Wirkung aber immer dort entsteht, wo Trainerinnen und Trainer es mit Leben füllen - mit ihrer Haltung, ihrer Methodik und ihrem Blick für die Teilnehmenden.

Ein aktueller Praxisbericht aus dem Jobcenter Kreis Warendorf zeigt sehr anschaulich, wie unterschiedlich AktivA-Verläufe sein können - und welche Rahmenbedingungen dazu beitragen, dass Teilnehmende wirklich ins Arbeiten kommen.

Umgesetzt wurde AktivA dort als Gruppensetting mit maximal zehn Teilnehmenden. Die Gruppenphase erstreckte sich über vier Wochen mit jeweils zwei Tagen à vier Stunden pro Woche. Daran schlossen sich fünf Wochen Einzelcoaching an. In dieser Phase konnten persönliche Problemlagen, individuelle Ziele und Entwicklungsmöglichkeiten vertieft betrachtet werden. Abschließend ist ein gemeinsamer „Rückholtag“ in der Gruppe vorgesehen.

Die Zielgruppe waren Bürgerinnen und Bürger, bei denen nicht die direkte Integration in den Arbeitsmarkt im Vordergrund stand, sondern zunächst Stabilisierung und ein schrittweises Heranführen an den Arbeitsmarkt.

Besonders positiv wurde in einem Durchgang erlebt, dass die Teilnehmenden sichtbare Fortschritte machten und ihre eigenen Entwicklungen zunehmend selbst reflektieren konnten. Diese Entwicklungen reichten von kleineren Fortschritten bis hin zu deutlich erkennbaren Schritten in Richtung der individuellen Integrationsziele. Die intrinsische Motivation der Teilnehmenden war dabei klar erkennbar und wirkte sich stabilisierend sowie förderlich auf die aktive Mitarbeit und den Maßnahmeerfolg aus.

Gleichzeitig zeigte ein anderer Durchlauf ein beinahe gegenteiliges Bild. Dort war die intrinsische Motivation der Teilnehmenden deutlich geringer. Als mitursächlich wurden unter anderem die Zuweisung durch das Jobcenter, Defizite in der Akquise sowie eine unzureichende Vorabinformation beschrieben. Diese Faktoren wirkten sich unmittelbar auf den Maßnahmeverlauf aus.

Gerade dieser Vergleich macht aus unserer Sicht den Praxisbericht besonders wertvoll. Er zeigt: AktivA ist kein Programm, das unabhängig vom Rahmen immer gleich funktioniert. Entscheidend sind eine zielgruppengerechte Auswahl, eine transparente und umfassende Vorabinformation sowie - soweit möglich - eine Teilnahme, die von den Teilnehmenden innerlich mitgetragen wird.

Wenn diese Voraussetzungen stimmen, kann AktivA seine Stärken entfalten: Struktur geben, Reflexion anregen, Entwicklungsschritte sichtbar machen und Teilnehmende dabei unterstützen, wieder mehr Handlungsspielräume wahrzunehmen.

Als besonders hilfreich wurde im Praxisbericht der Methoden-, Medien- und Interaktionsmix beschrieben. Dieser sorgte für ein lebendiges Seminar und trug dazu bei, die Aufmerksamkeitsspanne der Teilnehmenden über die Einheiten hinweg hoch zu halten.

Herausfordernd war dagegen die zeitliche Strukturierung. Gerade wenn Teilnehmende einen hohen Redebedarf mitbringen, ist es anspruchsvoll, alle Inhalte angemessen unterzubringen. Hier erwies sich die flexible Gestaltung des Seminaraufbaus als besonders wichtig.

Ein Tipp aus der Praxis bringt die Haltung hinter der Umsetzung gut auf den Punkt: Authentisch und ehrlich auftreten - und AktivA leben.

Genau diese Haltung ist aus unserer Sicht ein wesentlicher Erfolgsfaktor. AktivA lebt nicht davon, dass Inhalte einfach „durchgeführt“ werden. Es entsteht dort, wo Trainerinnen und Trainer den Rahmen halten, Methoden passend einsetzen, Entwicklungen wahrnehmen und den Teilnehmenden ehrlich zutrauen, eigene Schritte zu gehen.

Wir bedanken uns herzlich bei Marc Stimpel vom Jobcenter Kreis Warendorf / Werkcampus für den Einblick in die praktische Umsetzung.

Wenn Sie Interesse an einer Ausbildung für AktivA haben, finden Sie folgende hier folgende Möglichkeiten:

2026-04-14
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