Entwicklung der Sicherheitskultur

Basis einer gelebten Sicherheitskultur sind die folgenden zwei Hauptkomponenten:

  1. Die Organisation und die Führungskräfte als Vorbilder müssen sicherheitsgerechtes Verhalten fordern und fördern.
  2. Die Mitarbeiter versehen das Thema „Sicherheit“ mit hoher Priorität, was sich neben der Einstellung auch im Verhalten widerspiegelt

Eine Optimierung der Sicherheitskultur kann nur gelingen, wenn beide Aspekte angemessen integriert werden. Daraus lassen sich die folgenden grundlegenden Prinzipien einer gelebten Sicherheitskultur identifizieren:

  • Organisation und Regelungen
    Verantwortlichkeiten und Entscheidungsbefugnisse für die Sicherheitskultur sind klar festgelegt und werden von allen respektiert. Dies reicht von der Verantwortung des Managements, über die Führungskräfte aller Ebenen bis hin zur Verantwortung eines jeden Mitarbeiters.
  • Identifikation mit der Sicherheit
    Alle Mitarbeiter sind wachsam für Bedingungen und Handlungen, die Auswirkungen auf den sicheren Betrieb haben können.
  • Kritisch hinterfragende Grundhaltung und konservative Entscheidungsfindung
    Die kritisch hinterfragende Grundhaltung zeichnet sich dadurch aus, dass Annahmen hinterfragt, Auffälligkeiten und Abweichungen untersucht und nachteilige Folgen von geplanten Handlungen bedacht werden. Entscheidungen, die den sicheren und zuverlässigen Betrieb betreffen, werden systematisch und sehr genau getroffen. Dabei sind alle Fakten und Alternativen herauszuarbeiten und kritisch zu hinterfragen.
  • Erfahrungsrückfluss und Lernen
    Erfahrungen – auch aus Fehlern oder Beinahe-Ereignissen – werden genutzt, um daraus zu lernen und mögliche, zukünftige Ereignisse zu verhindern. Grundlage eines funktionierenden Erfahrungsrückflusses ist das Meldeverhalten aller Mitarbeiter.
  • Kommunikation und Vertrauen
    In der Organisation herrscht ein hohes Maß an Vertrauen. Dieses wird erreicht durch eine zeitnahe sowie offene und ehrliche Kommunikation auf allen Ebenen. Mögliche Konflikte werden offen angesprochen und auf kollegialer Basis gelöst.

Die Veränderung der Sicherheitskultur ist ein langwieriger und schwieriger Prozess, der – wie bei anderen Kulturveränderungen auch – immer verschiedene Wirkrichtungen entfaltet, da die Sicherheitskultur auch in einem Unternehmen nicht immer gleich ist, sondern sich viele Subkulturen ausbilden. Maßnahmen, die in einigen Abteilungen gut angenommen werden, können vielleicht in anderen Abteilungen keine Wirksamkeit entfalten.

Wichtig ist also, sich bei einer Veränderung der Sicherheitskultur ein klares Ziel zu setzen: „Wie soll die Sicherheitskultur in 5 Jahren aussehen?“ und konkrete Maßnahmen einzuplanen, die schrittweise auf dieses Ziel hinarbeiten.

Dabei sollte ein gutes Verhältnis von Einmalaktionen (z.B. Schulungen) und kontinuierlichen Maßnahmen (z.B. Integration von Fehlervermeidungstechniken in die Arbeitsprozesse) gefunden werden.

WissensImpuls unterstützt Sie mit folgenden Leistungen

  • Entwickeln von Führungsgrundsätzen zur Sicherheitskultur
  • Entwicklung von Maßnahmen zur Förderung der Sicherheitskultur
  • Unterstützung bei der Umsetzung von Maßnahmen zur Entwicklung der Sicherheitskultur
  • Bewertung der Sicherheitskultur durch standardisierte Befragungen, Workshops, Rundgänge und Dokumentenprüfungen