Herausforderungen im Bereich Gesundheitsförderung

Berufsunfähigkeit

Während Arbeitsschutz früher ausschließlich für Produktionsbetriebe relevant war, wird er nun für Dienstleistungsunternehmen immer wichtiger. Die häufigsten Ursachen für Frühberentung sind mittlerweile im Bereich der Psychischen Störungen zu suchen (Statistik der Deutschen Rentenversicherung, 2008). Besonders auffallend sind hierbei Depressionen und Angststörungen. Aber auch im Bereich der Skelett- und Muskelerkrankungen, die die zweithäufigste Ursache darstellen, sind mit Rückenschmerzen und Co. Problemgruppen aus dem Büroalltag zu finden.

Fehltage

Fehltage sind bei weitem nicht das einzige, aber das am einfachsten erfassbare Symptom für gesundheitlicher Probleme. Pro Arbeitnehmer ist durchschnittlich mit 12,8 Krankheitstagen im Jahr zu rechnen - insgesamt ein halber Monat verlorene Zeit. Psychische Störungen haben dabei einen erheblichen Anteil an der Langzeit-Arbeitsunfähigkeit. So sind 13 Prozent aller langwierigen Ausfälle auf diese Diagnosegruppe zurückzuführen, die damit Platz 3 in der Statistik einnimmt  - mit jährlich steigendem Anteil (iga, 2008).

Präsentismus

Auffallend ist, dass ein hoher Anteil an Erkrankten trotz Beschwerden zur Arbeit geht und erst relativ spät Hilfe aufsucht. Dieses Phänomen nennt man Präsentismus. Als Unternehmer müssen Sie damit auf Arbeitskräfte zugreifen, die nicht die volle Leistung erbringen können, weiter kontinuierlich an Leistung einbüßen und unter Umständen auch Arbeit und Gesundheit von Kollegen negativ beeinflussen. Die damit einhergehenden Leistungseinbußen sind schwer erfassbar. Nach Schätzungen der iga (2008) ist in solchen Fällen mit 20 Prozent Produktivitätseinbuße zu rechnen. Gleichzeitig ist davon auszugehen, dass 16 Prozent der Mitarbeiter innerhalb einer Woche krank zur Arbeit gehen. Diese Einschränkungen werden oftmals unterschätzt, aber summieren sich mit der Zeit.

Schlechtes Arbeitsklima

Die Doppelbelastung aus Bewältigung der persönlichen gesundheitlichen Situation und den beruflichen Anforderungen sorgen dafür, dass immer mehr Beschäftigte über Stress und Mobbing am Arbeitsplatz klagen. Dies führt zu einer Arbeitsumgebung, die die volle Konzentration auf den Arbeitsauftrag verhindert und die Entwicklung einzigartiger Wettbewerbsvorteile unterdrückt. Fehlzeiten, Fluktuation und psychische Erkrankungen können die Folge sein. Da aufgrund des demografischen Wandels die Auswahl an Fach- und Führungskräften immer stärker eingeschränkt wird, sind gezielte Strategien im Bereich Arbeit und Gesundheit unabdingbar, um Ihr Unternehmen für Fachkräfte attraktiv zu machen.